Warum wird ein Blutausstrich angefertigt?
Unter normalen Bedingungen wird das Blutbild mit Leukozytendifferenzierung, Charakterisierung der roten Blutzellen mittels mittlerem zellulären Volumen (MCV) und mittlerem zellulärem Hämoglobingehalt (MCH) und der Thrombozytenzahl von einem Hämatologie-Analysen-Automaten bestimmt. Die Entscheidung, ob eine mikroskopische Untersuchung des Blutausstrichs erforderlich ist liegt in den meisten Laboratorien im Ermessen des Laborpersonals, weil das Laborpersonal die Gründe kennt, die eine mikroskopische Untersuchung erfordern und weil moderne Hämatologieautomaten dem Laborpersonal direkt anzeigen, dass in speziellen Fällen eine mikroskopische Überprüfung notwendig ist. Bei besonderen medizinischen Fragestellungen bzw. bei wenigen meist hämatologischen Erkrankungen wünscht der behandelnde Arzt die mikroskopische Suche nach bestimmten Auffälligkeiten oder Zellformen, die einen Blutausstrich erfordern.
Bei welchen Erkrankungen oder Symptomen sollte ein Blutausstrich angefertigt werden?
- Wenn der Hämatologie-Analysen-Automat die Leukozyten nicht richtig differenzieren kann.´
- Verdacht auf hämatologisch-onkologische Erkrankungen
- Hämolytisch-Urämisches Syndrom mit Suche nach Fragmentozyten
- Hämolytische Anämie mit Suche nach Kugelzellen
- Verdacht auf Sichelzellanämie mit Suche nach Sichelzellen
- Verdacht auf Malaria mit Suche nach den Parasiten.
Aus welchem Probenmaterial wird ein Blutausstrichpräparat gemacht?
Für ein Ausstrichpräparat wird nur ein Tropfen nicht geronnenes Blut benötigt. Das Blut wird auf einem Objektträger sehr dünn ausgestrichen (Monolayer, Schichtdicke eine Zelle), getrocknet, mit Alkohol fixiert, mit speziellen Farbstoffen (Methylenblau zur Färbung des Zellkerns und Eosin zur Färbung des Zytoplasmas) gefärbt. Die überflüssige Farbe wird nach der Färbung ausgewaschen und getrocknet. Sobald der Objektträger getrocknet ist, kann der Ausstrich unter dem Mikroskop beurteilt werden.
Nur in einem Teil des Ausstriches liegen die Zellen einschichtig (Monolayer) vor, und nur in diesem Bereich können Zellformen und Zellen klar beurteilt (differenziert) werden.