Was wird untersucht?
Das Bilirubin ist ein orange-gelbes Pigment, das sich in der Galle findet. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zersetzen sich normalerweise nach 120 Tagen Zirkulation im Blutkreislauf. Zu dieser Zeit wird ein Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), das Hämoglobin (das rote Pigment der Erythrozyten, das den Sauerstoff in das Gewebe transportiert), zu Bilirubin abgebaut. Annährend 250 bis 350 mg Bilirubin werden täglich im Körper eines normalen, gesunden Erwachsenen gebildet, wovon 85% aus zerstörten oder alten „toten“ Erythrozyten stammt und die restliche Menge aus dem Knochenmark oder der Leber.
Unkonjugiertes Bilirubin wird in die Leber transportiert, wo Zuckermoleküle angehängt werden; dadurch entsteht konjugiertes Bilirubin. Dieses konjugierte Bilirubin wird von der Leber an die Galle abgegeben, durch Bakterien im Dünndarm weiterabgebaut und schließlich mit dem Fäzes (Stuhlgang) ausgeschieden, der seine charakteristische Farbe durch die Abbauprodukte des Bilirubins erhält. Eine bestimmt Menge Galle wird in der Gallenblase gespeichert. Steigen die Bilirubinspiegel an, wird dies als Ikterus (Gelbsucht) auffällig. Normalerweise ist fast der gesamte Anteil an Bilirubin im Blut unkonjugiert.
Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Bei Neugeborenen wird die Blutprobe oft mittels eines Stiches in die Ferse gewonnen, einer Technik, bei der mit einer kleinen scharfen Klinge in die Haut der Ferse geschnitten und eine kleine Menge Blut in ein kleines Behältnis aufgesammelt wird. Bei Erwachsenen wird die Blutprobe normalerweise aus einer Armvene entnommen.
In einigen Neugeborenenstationen, in Kinderkliniken und einigen Kinderärzten ist eine nicht-invasive Technik zur Messung des Bilirubins (durch das Aufsetzen eines Instruments auf die Haut = transkutanes Bilirubinmeter) verfügbar.