Was passierte vor der Einführung der Immunglobulin-Injektion?
Vor der Einführung der Injektion wurden Rh-Negative Mütter während der ersten Schwangerschaft mit einem Rh-positivem Kind gegen die kindliche Blutgruppe immunisiert. Bei den weiteren Kindern, die Rh-positiv waren bestand dann die Gefahr des Morbus hämolyticus neonatorum in unterschiedlichen Ausprägungsgraden. Es gab dabei ebenso viel Tot- wie Frühgeburten. Kam das Kind lebend zur Welt, so war eine umgehende Austauschtransfusion notwendig, damit das Neugeborene überlebte. Die prophylaktische Immunglobulingabe kann einen Großteil dieser schweren Verläufe verhindern, obwohl ein kleiner Teil der betroffenen Frauen trotzdem Antikörper produziert.
Warum ist bei den Partnern Rh-negativer Mütter eine Blutgruppen-Typisierung notwendig?
Sind sowohl die Mutter als auch der Vater Rh-negativ, so werden alle Kinder Rh-negativ sein und es kann nicht zu einer Rhesus-Inkompatibilität kommen. Ist der Vater dagegen Rh-positiv, dann können die Kinder positiv oder negativ sein.
Kann man durch Blutspende immunisiert werden?
Nein, wenn man Blut spendet hat man selbst keinen Kontakt zu fremden Blut und damit zu Antigenen, die eine Antikörper-Bildung bewirken könnten.
Gibt es bei einer Eigenblutspende im Rahmen einer geplanten Operation Grund zur Besorgnis bezüglich einer Immunisierung?
Nein, da in diesem Fall kein Kontakt zu fremden Blutgruppen-Antigenen besteht, wird das Immunsystem nicht zu einer Antikörper-Bildung angeregt.
Sollte man bei einem Arztwechsel von einer früheren unkomplizierten Bluttransfusion berichten?
Ja, es ist für die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt sehr wichtig davon zu erfahren, da das Risiko einer Immunisierung durch diese Transfusion besteht. Dies wird zwar den Gesundheitszustand momentan nicht negativ beeinflussen, aber bei zukünftigen Transfusionen muss eine evtl. Immunisierung berücksichtigt werden.