Wie wird der Test eingesetzt?
Obwohl manchmal nur Aldosteron im Blut oder Urin gemessen wird, ist es meist notwendig, sowohl Renin als auch Aldosteron (und gelegentlich zusätzlich Cortisol) zu messen, um Störungen im Hormonhaushalt verstehen zu können. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Veränderungen von Renin, Aldosteron und Cortisol bei verschiedenen Erkrankungen.
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Erkrankung
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Aldosteron
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Cortisol
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Renin
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Primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) |
Hoch |
Normal |
Niedrig |
| Sekundärer Hyperaldosteronismus |
Hoch |
Normal |
Hoch |
| Cushing-Syndrom |
Niedrig-normal |
Hoch |
Niedrig |
Nebenniereninsuffizienz (Addison-Krankheit) |
Niedrig |
Niedrig |
Hoch |
| Hypophysenerkrankung |
Normal |
Niedrig |
Normal |
Der primäre Hyperaldosteronismus wird durch eine Überproduktion von Aldosteron in den Nebennieren, meist durch einen gutartigen Tumor, verursacht. Der hohe Aldosteron-Spiegel steigert die Wiederaufnahme von Natrium und die Ausscheidung von Kalium in den Nieren; dies führt zu einer Elektrolytverschiebung. Gelegentlich wird für den primären Hyperaldosteronismus der Name „Conn-Syndrom“ verwendet. Typische Symptome gibt es nicht, obwohl Muskelschwäche auftreten kann, wenn der Kalium-Spiegel sehr niedrig ist. Hypokaliämie (niedriges Kalium) und hohes Bikarbonat (metabolische Alkalose) bei einem Menschen mit hohem Blutdruck weisen auf einen Hyperaldosteronismus hin.
Sekundärer Hyperaldosteronismus kommt häufiger vor. Er kann als Folgeerscheinung bei verminderter Durchblutung der Nieren, reduziertem Blutdruck oder niedrigem Salzspiegel entstehen. Eine wesentliche Ursache ist die Verengung der Blutgefäße, die zur Niere führen (Nierenarterienstenose). Dies verursacht dann durch hohe Renin- und Aldosteron-Spiegel hohen Blutdruck, der manchmal durch gefäßchirurgische Eingriffe behoben werden kann (z.B. durch einen Katheter, der von einem Leistengefäß aus vorgeschoben wird, um das verschlossene Gefäß zu erweitern). Um zu untersuchen, ob nur eine Niere betroffen ist, kann ebenfalls ein Katheter über ein Leistengefäß bis zu den Nierengefäßen vorgeschoben werden, um Blut direkt aus den Nierenvenen zu sammeln (Renin-Spiegel in den Nierenvenen). Falls dieser Wert auf einer Seite signifikant höher ist, zeigt dies an, auf welcher Seite sich die Arterienverengung befindet. Andere Ursachen für sekundären Hyperaldosteronismus sind Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nierenerkrankungen, Vergiftungen oder Schwangerschaft.
Hypoaldosteronismus tritt meist im Rahmen einer Nebenniereninsuffizienz auf. Er verursacht Wasserverlust, niedrigen Blutdruck, Hyperkaliämie (hohes Kalium) und Hyponatriämie (niedriges Natrium).
Wann kann der Test sinnvoll sein?
Die Bestimmungen von Renin und Aldosteron werden in der Regel gleichzeitig durchgeführt. Hoher Blutdruck, niedriges Kalium und hohes Bikarbonat sind die häufigsten Gründe für die Bestimmung. Der Aldosteron-Spiegel wird manchmal auch bestimmt, wenn der Verdacht auf eine Nebenniereninsuffizienz besteht. Gelegentlich wird Aldosteron und Renin auch untersucht, um die effektivste Methode zur Behandlung von Bluthochdruck abzuklären.
Was bedeutet das Testergebnis?
Anmerkung: Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren (wie z. B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation) beeinflußt werden, und darüber hinaus methoden- bzw. verfahrensabhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und Ihre Bedeutung“ entnommen werden.
Die Veränderungen von Aldosteron, Cortisol und Renin sind in der oben gezeigten Tabelle zusammengefaßt. Hohe Spiegel von Aldosteron im Blut und Urin bei niedrigen Spiegeln von Renin deuten auf primären Hyperaldosteronismus hin. Sekundärer Hyperaldosteronismus ist dagegen durch hohes Aldosteron und hohes Renin gekennzeichnet.
Niedriges Aldosteron ist meist Teil einer Nebenniereninsuffizienz bei der Addison-Krankheit. Bei Kindern mit angeborener Vergrößerung der Nebennieren fehlt manchmal ein Enzym, das zur Produktion von Cortisol benötigt wird. Bei manchen dieser Kinder ist auch die Produktion von Aldosteron gestört. Dies ist eine sehr seltene Ursache von niedrigem Aldosteron.
Was sollte man außerdem wissen?
Das Testergebnis kann beeinflußt werden durch den Salzgehalt in der Nahrung und durch Medikamente (z. B. manche Schmerzmittel, Wassertabletten, Betablocker, Steroide, ACE-Hemmer und die „Pille“). Viele dieser Medikamente werden zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet. Vor der Testung von Aldosteron kann es daher notwendig sein, Hinweise zum Salzgehalt der Nahrung, zu Medikamenten oder zur sportlichen Betätigung zu beachten. Die oben genannten Medikamente sollten, wenn möglich, zwei Wochen vor der Blutabnahme abgesetzt werden. Elektrolytzufuhr führt ebenfalls zu Veränderungen der Testergebnisse, so daß eine möglichst ausgeglichene Elektrolytaufnahme drei Tage vor der Blutentnahme erfolgen sollte.
Bei schwerer Krankheit kann der Aldosteron-Spiegel auf sehr niedrige Werte abfallen. Daher sollte die Bestimmung nicht während einer solchen Krankheit durchgeführt werden.