Wie wird der Test eingesetzt?
Der Test findet bei der Diagnose des Systemischen Lupus Erythematodes und dem Medikamenteninduzierten Lupus Anwendung. Allerdings kann er auch bei Sklerodermie, dem Sjögren-Syndrom, Raynaud, juveniler chronischer Arthritis, Rheumatoider Arthritis, dem Antiphospholipid-Antikörper-Syndrom, Autoimmun-Hepatitis und vielen anderen Autoimmunerkrankungen und nicht-autoimmunen Erkrankungen auftreten. Aus diesem Grund ist es sehr schwierig, SLE, gewöhnlich als Lupus abgekürzt, korrekt und schnell zu diagnostizieren. Da das Ergebnis der ANA-Bestimmung bei einer Vielzahl von anderen Krankheiten positiv sein kann, gibt es noch zusätzliche Tests, die zur Feststellung der Diagnose SLE helfen. Ihr Arzt kann noch einige andere Untersuchungen durchführen, die Untergruppen der ANA analysieren und zusammen mit den vom Patienten geschilderten Symptomen und dem klinischen Erscheinungsbild andere Autoimmun-Erkrankungen ausschließen.
Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Autoimmunkrankheiten können schwierig zu diagnostizieren sein. Dieser Test ermöglicht einen zuverlässigen ersten Schritt, um SLE und einige andere Erkrankungen mit einer Vielzahl von verschiedenen Symptomen zu bestimmen. Diese Symptome, unter anderem schmerzhafte oder geschwollene Gelenke, Fieber unklarer Ursache, ein Leistungsknick und zunehmende Müdigkeit, ein roter Hautausschlag. Diese Symptome können kommen und gehen und stark oder schwach ausgeprägt sein. Es kann Monate oder sogar Jahre dauern, bis diese Anzeichen ein Muster erkennen lassen, das einen SLE oder eine andere Autoimmunerkrankung andeutet.
Was bedeutet das Testergebnis?
Ein positives Testergebnis weist auf eine Autoimmunerkrankung hin. Es braucht jedoch zusätzliche spezifische Tests für die endgültige Diagnosestellung. Antinukleäre Antikörper können auch vorliegen, ohne dass eine Autoimmunerkrankung bekannt ist. Dies ist zwar nicht oft der Fall, doch nimmt die Häufigkeit eines falsch positiven ANA Testergebnisses mit dem Alter der Patienten zu.
Etwa 98% aller SLE-Patienten haben ein positives ANA Testergebnis. Hat ein Patient also Lupus-spezifische Symptome wie Arthritis, einen Hausausschlag und eine Autoimmun-Thrombozytopenie (eine zu niedrige Zahl von Blutplättchen), dann hat er/sie womöglich einen SLE. In diesem Fall kann ein positiver ANA-Test hilfreich sein um die Diagnose „SLE“ zu stützen. Sofern dies nötig ist, können auch weitere Tests zu Untergruppen angewendet werden. Die wichtigsten sind anti-dsDNA und anti-Sm, um die Diagnose noch weiter zu sichern. Werden anti-dsDNA Autoantikörper gefunden, spricht das für die Diagnose SLE. Höhere Titer von anti-Sm sind noch spezifischer für SLE.
Ein positiver ANA kann jedoch auch bedeuten, dass der Patient an einem Medikamenten-induzierten Lupus leidet. In diesem Fall entstehen Antikörper gegen Histone. Hier kann ein Anti-Histon-Test die Diagnose Medikamenteninduzierter Lupus Erythematodes belegen.
Andere Fälle mit einem positiven ANA Testergebnis schließen ein:
Sjögren Syndrom: Zwischen 40-70% der Patienten mit dieser Erkrankung haben ein positives ANA Testergebnis. Während dieser Befund die Diagnose stützt, so ist er nicht unbedingt zur Diagnosestellung nötig. Und wieder kann es sein, dass der Arzt zwei Subgruppentests anfordert: die Ribonukleinproteine SSA und SSB. Die Häufigkeit des Vorliegens von anti-SSA-Antikörpern bei Patienten mit Sjögren-Syndrom kann 90% und mehr betragen und wird mittels Enzym Immunoassay getestet.
Sklerodermie:60-90% der Patienten mit Sklerodermie haben einen positiven ANA Befund. Bei diesen Patienten kann der Subgruppentest zwei Formen der Erkrankung unterscheiden: die zirkumskripte oder auch auf die Haut beschränkte Sklerodermie und die progressive systemische Sklerodermie. Die progressiv systemische Form verläuft akuter. Die zirkumskripte Form ist meist mit dem antizentromeren Muster der ANA-Färbung (Anti-Zentromer Test) vergesellschaftet, während die diffuse Form mit den anti-Scl-70 Antikörpern einhergeht.
Ein positiver ANA Test kann auch bei Patienten mit der Raynaud Krankheit, juveniler chronischer Arthritis oder dem Antiphospholipidsyndrom vorliegen, doch ein Arzt muss auch Klinische Symptome und den Verlauf in seine Diagnosefindung miteinbeziehen.
Ist das Testergebnis ANA negativ, macht das den SLE zu einer unwahrscheinlichen Diagnose. Sofern nicht ein fehlerhaftes Testergebnis angenommen wird, ist es nicht notwendig, einen negativ ausgefallenen ANA Test sofort zu wiederholen. Da eine Autoimmunerkrankung ein Prozess ist, der sich im Laufe der Zeit auch verändern kann, kann es nötig sein, später erneut auf ANAs zu testen.
Abgesehen von seltenen Fällen ist eine erneute Suche nach Antikörpern und deren Untergruppen jedoch nicht nötig, wenn das Testergebnis eines Patienten bereits negativ ausfiel.
Gibt es noch etwas, was man wissen sollte?
Es gibt noch spezifischere Untergruppen des allgemein gebräuchlichen ANA Suchtests, die helfen, spezifische Autoimmunerkrankungen präzise anzuzeigen; diese Autoantikörpersuchtests schließen anti-dsDNA, anti-Sm, Sjögrens Syndrom Antigen (SSA, SSB), Scl-70 Antikörper, anti-Zentromer und Anti-RNP Antikörper mit ein.
Einige Medikamente, Infektionen und andere oben genannte Umstände können ein falsch-positives Testergebnis verursachen. Einige Medikamente können ein Erscheinungsbild hervorrufen, das auch Lupus ähnliche Symptome beinhaltet, ein sogenannter Medikamenteninduzierter Lupus. Werden die Medikamente abgesetzt, hören für gewöhnlich auch die Symptome auf. Obwohl über eine ganze Reihe von Medikamenten berichtet wurde, dass sie einen Medikamenten-induzierten Lupus hervorrufen können, sind die wichtigsten mit diesem Syndrom assoziierten Hydralazin, Isoniazid, Procainamid und mehrere Antikonvulsiva.