Wie wird der Test eingesetzt?
Die ACE Bestimmung wird primär angeordnet um bei der Diagnosefindung und der Verlaufsbeobachtung der Sarkoidose zu helfen. Sie wird daher bei einer Vielzahl von Symptomen, die der Sarkoidose zugeordnet werden könnten, bestimmt. ACE ist bei etwa 50-80% der Patienten mit aktiver Sarkoidose erhöht. Ist ACE anfänglich bei einem Patienten mit Sarkoidose erhöht, kann der Test in regelmäßigen Abständen angefordert werden, um den Krankheitsverlauf und die Effektivität einer Kortikosteroidbehandlung zu beobachten.
Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Die Bestimmung der ACE-Konzentration wird angefordert, wenn Zeichen oder Symptome einer Sarkoidose (oder einer anderen Erkrankung) wie Granulome, chronischer Husten oder Kurzatmigkeit, rote tränende Augen und/ oder Gelenkschmerzen, festgestellt werden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Patient zwischen 20 und 40 Jahren alt ist, da hier die Sarkoidose am häufigsten auftritt. Die Bestimmung der ACE-Konzentration wird häufig zusammen mit anderen Tests, wie einen Abstrich bei Verdacht auf säurefeste Stäbchen oder eine Sputum-Kultur (dieser Test macht Infektionen durch Mykobakterien oder Pilze ausfindig) angeordnet, wenn zwischen Sarkoidose und anderen granulomatösen Erkrankungen differenziert werden muss.
Wurde eine Sarkoidose diagnostiziert und die anfänglichen ACE-Konzentrationen im Blut waren erhöht, wird diese Bestimmung in regelmäßigen Abständen wiederholt, um den Krankheitsverlauf zu überprüfen.
Was bedeutet das Testergebnis?
Anmerkung: Für diesen Test stehen keine Standardreferenzbereiche zur Verfügung. Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflusst werden, und darüber hinaus Methoden- bzw. Verfahrensabhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen den verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und ihre Bedeutung“ entnommen werden.
Bei Patienten unter 20 Jahren sind hohe ACE-Werte für gewöhnlich normal und nicht von Bedeutung. Für Patienten, die älter als 20 Jahre sind, sind die ACE-Konzentrationen im Blut ein unspezifischer Indikator. Sie geben keine Auskunft, warum der Wert erhöht ist, welche Organe und/ oder Organsysteme involviert sind oder zu welchem Grad. Die ACE-Konzentration verursacht auch keine Granulome, aber sie tritt häufig bei deren Anwesenheit auf.
Ist die ACE-Konzentration hoch, andere Erkrankungen wurden ausgeschlossen und die klinischen Befunde stimmen mit einer Sarkoidose überein, dann ist es sehr wahrscheinlich dass eine aktivierte Sarkoidose vorliegt. In 20-50% der Fälle kann die Sarkoidose jedoch auch ohne erhöhte ACE-Konzentrationen ausgebrochen sein. Ursachen dafür können sein, dass die Krankheit in einem inaktiven Stadium ist, die Werte aufgrund der frühen Diagnostik bisher noch nicht angestiegen sind, oder aber die Zellen einfach keine erhöhten Mengen von ACE sezernieren. Bei Patienten mit chronischer Sarkoidose ist es auch eher unwahrscheinlich, dass die ACE-Konzentration erhöht ist.
Wichtig zu beachten bei der Sarkoidose sind die initial hohen Werte von ACE, die dann abfallen und eine spontane oder therapiebedingte Remission bedeuten. Sinkende Konzentrationen bedeuten für gewöhnlich eine günstigere Prognose. Steigende ACE-Werte hingegen zeigen entweder den frühen Krankheitsverlauf oder ein Nichtansprechen auf die Therapie an.
Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Die Konversion von Angiotensin I zu Angiotensin II durch ACE ist ein normaler regulatorischer Prozess im Körper. Dieser Prozess wurde bei der Entwicklung von Medikamenten namens ACE-Hemmer, ins Visier genommen. Sie werden bei Bluthochdruck und der Behandlung von Diabetes verschrieben. Diese Medikamente hemmen den Umwandlungsprozess, halten die Blutgefäße weiter dilatiert und den Blutdruck niedriger. ACE-Hemmer sind bei der Therapie von Bluthochdruck sehr nützlich, werden allerdings nicht durch die Bestimmung der ACE-Konzentration kontrolliert. Allerdings können sie die ACE-Bestimmung stören, wenn diese aus anderen Gründen angeordnet wurde.
Hämolyse (zerstörte rote Blutzellen) und Hyperlipidämie (zu hohe Fettwerte) in der Blutprobe können den ACE-Wert falsch erhöhen. Verminderte ACE-Konzentrationen können außerdem bei folgenden Erkrankungen beobachtet werden:
- Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Cystische Fibrose (Mukoviszidose)
- Emphysem
- Lungenkarzinom
- Mangelerscheinungen
- Steroidtherapie
- Hyperthyreose
ACE wurde auch in mäßig erhöhten Konzentrationen bei verschiedensten Krankheiten und Funktionsstörungen gefunden, z.B.:
- HIV
- Einige Pilzerkrankungen
- Diabetes Mellitus
- Alkoholtoxische Leberzirrhose
- Lymphom
Die Bestimmung der ACE-Konzentration im Blut wird nicht routinemäßig verwendet, um diese Erkrankungen zu beobachten (es hat sich klinisch nicht als relevant erwiesen).